Dienstag, November 22, 2011
ACHTUNG UMZUG
Der Umzug wurde soeben vollzogen. Von nun an bin ich hier zu finden. Ich hoffe, dass alle bisherigen Leser auch dort regelmäßig reinschauen. Bis hierhin aber erst einmal Danke!
Samstag, November 19, 2011
Faulheit?
Na, was soll das denn, schon seit Montag kein neuer Eintrag? Ist das Faulheit oder Einfallslosigkeit? In diesem Fall nicht. Ich überlege, mit meinem Blog doch mal umzuziehen. Die Besucherzahlen steigen hier eigentlich zwar stetig, aber nur im Schneckentempo. Mehr Kommentare wären auch schön, deshalb schaue ich mich momentan nach einem neuen Anbieter um. Themen gibt es aber dieser Tage wirklich genügend.
Politik allgemein, die Nazi-Morde, Markus Krebs, Babak Rafati oder der Film und Fernsehbereich. Da fällt mir ein, dass morgen der zweite Tatort mit Joachim Król und der tollen Nina Kunzendorf kommt, die vor einigen Monaten ein starkes Debüt hatten. Wenn ich bedenke, dass Til Schweiger neuer Kommissar in Hamburg werden soll, dreht sich mir dann aber schon wieder etwas der Magen um.
Montag, November 14, 2011
Keine Extreme
Dieses Wochenende war keines der Extreme, mal abgesehen von den Geschichten um die rechtsextremen Mörder. Manche Menschen trennen das Wort übrigens falsch und zwar so: recht- sextrem. Das ist dann aber ein ganz anderer Begriff. Recht sextrem sind beispielsweise Männer, die sich schon vor dem Frühstück zweimal die Fleischpeitsche polieren oder Frauen, die ohne Sattel Fahrradfahren. Wie dem auch sei, richtigen Fußball gab´s nicht, aber beim Eishockey einen wichtigen Sieg.
Außerdem habe ich mich ausgeruht, gelesen, geschrieben, den "Polizeiruf 110" geschaut (um 20.41 Uhr, also nach nur 26 Minuten, tippte ich bereits auf die richtige Täterin...) und eine neue Serie entdeckt. Diese ist wirklich nicht übel und heißt "American Horror Story". Ich bin eigentlich kein Horror-Fan, aber diese Serie ist ist wirklich gut gemacht. Klasse Schauspieler sind auch dabei, wie Jessica Lange oder die erst 17-jährige Taissa Farmiga. Mehr zu "American Horror Story" hier.
Donnerstag, November 10, 2011
Das Ende der Welt
Gestern hörte ich im ARD Frühstücksfernsehen, dass Brasilien seine Hilfe bei der EU-Finanzkrise angeboten hätte. Brasilien! Letzte Woche stand im Supermarkt vor mir eine Frau, die eine Großpackung probiotischen Joghurt eines namhaften und damit nicht günstigen Herstellers im Einkaufswagen hatte, gleichzeitig aber auch die billigsten, sich im Angebot befindlichen Hähnchenschenkel. Ich befürchte, dass die Packung Joghurt sogar teurer war. Bei SpiegelOnline wurde in den vergangenen Tagen heiß um die Nachfolge von Thomas Gottschalk bei "Wetten, dass...?" diskutiert, als gäbe es kein wichtigeres Thema und Jacques Martin lässt Tomas Plekanec im Powerplay immer noch an der blauen Linie spielen. Das Ende der Welt naht, eine andere Erklärung für all diese Dinge habe ich einfach nicht.
Wir sollten doch einfach auch mal ehrlich sein: Das Experiment "Intelligentes Leben auf der Erde" von Mutter Natur ist gescheitert. Der Versuch war ja nett gemeint, hat halt nicht geklappt. Dumm gelaufen. Auf der Welt gibt es auch im Jahr 2011 immer noch Kriege und andere blutige Auseinandersetzungen, aufgrund von Hunger stirbt alle drei Sekunden ein Mensch, die meisten davon sind Kinder. Wir beuten unsere Böden nach Rohstoffen aus und verpesten unsere Luft, wir versklaven uns gegenseitig, um an möglichst viele Papierscheine mit großen Zahlen darauf zu kommen. Unser gesamtes Finanzsystem steht vor dem kompletten Zusammenbruch und Lothar Matthäus möchte immer noch als Trainer in die Bundesliga. Das hat doch alles keinen Sinn mehr. Es wird Zeit, dass uns ein Meteorit erlöst oder ein paar Atombomben. Ich schließe mit den folgenden Worten von Daron Malakian: "We all deserve to die".
Dienstag, November 08, 2011
Ein Quiz
Die 50 Euro Frage lautet: Was habe ich am gestrigen Abend gemacht?
A) Die Wohnung aufgeräumt B) Einen Halb-Marathon gelaufen
C) Mir die Fußnägel lackiert D) Einen Béla Tarr Film geschaut
Ja, es ist nicht ganz einfach, aber der ein oder andere wird es erraten haben. Richtig ist natürlich die Antwort "D". Wenn "A Torinói ló" (Das Turiner Pferd) hier diese Woche endlich in die Kinos kommen würde, ich wäre Donnerstag eine der fünf, sechs Personen an der Kinokasse...
Nun zur 100 Euro Frage. Wen bringt die von der schwarz-gelben Koalition geplante Steuerreform viel?
A) Allen B) Geringverdienern
C) Menschen mittlerer Einkommen D) Menschen mit hohen Einkommen
Ja, man glaubt es kaum, aber wieder ist die Antwort "D" richtig. Die Ankündigung, dass vor allem geringe und mittlere Einkommen entlastet werden sollen, war wieder einmal nichts als eine Lüge der schwarz-gelben Koalition. Wer gestern das ARD Nachtmagazin gesehen hat oder es in verschiedenen Quellen nachliest, wie hier oder hier, kann je nach Lust und Laune entweder mit dem Kopf schütteln oder einfach loslachen. Jetzt soll mir niemand mit dem scheiß Argument kommen, dass bei Geringverdienern ja prozentual mehr ankommt. Was bringt das, wenn es in absoluten Zahlen immer noch verdammt wenig ist? Die Erleichterungen bei geringen Einkommen sind, pro Monat gerechnet, wirklich unerheblich und bei den Beziehern von hohen Einkommen werden sie nicht benötigt. So verschwendet ein mit 2 Billionen Euro verschuldetes Land weitere 6 Milliarden Euro. Glückwunsch, das ist genau das, was ich erwartet habe.
Sonntag, November 06, 2011
Sprachlos
Gut am Schreiben ist, dass man dabei nicht sprechen muss. Mit der Tastatur kann man auch nicht schreien, selbst wenn die Verwendung von GROSSBUCHSTABEN im Internet als Schreierei aufgefasst wird. Einmal mehr waren es zwei Eishockey-Schiedsrichter und ihre beiden Assistenten, die mich in der letzten Nacht fassungslos vorm Fernseher sitzen ließen. Es gab tatsächlich einige anständige Leistungen der Zebras in dieser Saison, ein paar gerade noch akzeptable und einige schlechte, aber das, was ich gestern sah, hatte eine ganz andere Qualität.
Dieses (zugegeben seltene) "heute-darf-man-einfach-nicht-gewinnen" Gefühl war von der zweiten lächerlichen Strafe in der vierten Minute, bis zur letzten wenige Minuten vor Schluss, präsent. 9-2 Powerplays, die keinenfalls dem Spielgeschehen entsprachen, ein absurdes 5-3 Überzahlspiel und mehrere nicht geahndete Fouls auf der anderen Seite, zwischenzeitlich dann die zwei Alibi-Überzahlspiele, um den Beschiss nicht allzu deutlich zu machen. Wenn die Wettmafia in der NHL tätig ist, dann dürfte das genau so aussehen. Um so beeindruckender, dass nach einem lächerlichen 3-0 Rückstand es am Ende fast noch den Ausgleich zum 4-4 gab. Ob dann einige Menschen viel Geld verloren hätten, weiß ich nicht. Überraschen würde es mich nicht.
Wenn ich das bei Günther Jauch soeben richtig verstanden habe, spitzt sich die internationale Lage gerade zu. Wahnsinn und trotz Max Otte und Ursula von der Leyen macht Anja Kohl momentan den unsympathischten Eindruck. Manchmal wird man eben doch überrascht. Ansonsten könnte man sich das Zusehen bei dieser Sendung mal wieder sparen. Stattdessen wäre ein kleiner Spaziergang gar nicht doof, zumindest wenn man über sich einen wolkenfreien Himmel hat, denn dort kann man momentan schon mit einem gewöhnlichen Fernglas den Jupiter und sogar teilweise den ein oder anderen seiner Monde sehen. Ui, von der Leyen holt auf...
Nun aber zum eigentlichen Thema. Habe ich wirklich den siebenstündigen Film "Sátántangó" von Béla Tarr am Wochenende gesehen? Sieben Stunden Ungarisch mit englischen Untertiteln? Ja, habe ich. Ganz? Ja, ganz. Und wie war er? Diese Frage befriedigend zu beantworten, ist nicht einfach. Ehrlicherweise ist es gar unmöglich. Zunächst einmal muss ich zugeben, dass ich den Film nicht ganz verstanden habe, was mir nicht so häufig passiert, aber ich habe auch das Buch nicht gelesen. A propos Buch. Nein, vielleicht erst einmal ein Clip aus "Sátántangó":
Das ist Béla Tarr. Endlose Einstellungen, die potenzielle Zuschauer, welche nur an die übliche Arbeit von Hollywood-Regisseuren gewöhnt sind, wahrscheinlich komplett überfordern. Ästhetik über Inhalt, werden die einigen sagen, Ästhetik als Teil des Inhalts, kann man entgegnen. Zurück zum Buch. Dieses stammt von Tarrs Landsmann László Krasznahorkai, geschrieben in den 80er Jahren. Laut Tarr benötigt man 7 bis 7,5 Stunden, um es zu lesen und genau deshalb hat der Film die gleiche Länge. Ohne Zweifel hätte man auch ohne einen wirklichen Verlust auf zwei Stunden verzichten können und ebenso noch eine zweieinhalbstündige Fassung für ein breiteres Publikum anfertigen, aber die gibt´s meines Wissens nicht.
Nun, worum geht es hier eigentlich? Um das Nötigste zu erfahren, empfehle ich den englischen Wikipedia Eintrag. Die Cinematographie ist grandios, die Musik hervorragend. Die Traurigkeit, die die Gesichter der Schauspieler meistens vermitteln zu versuchen, kommt immer an. Es ist ein schwieriger Film und ein sehr anstrengender, aber man wird für seine Geduld immer wieder belohnt, finde ich. Sollte man es einfach mal mit diesem Film versuchen, wenn man immer noch nicht abgeschreckt ist? Eher nicht, man sollte lieber erst einmal "Werckmeister harmóniák" oder einen Film wie "Stalker" von Andrei Tarkowski, der Tarr mehr als offensichtlich inspiriert hat, schauen. Wenn man daran Gefallen gefunden hat, kann man es wagen. Vorsichtshalber sollte man harten Alkohol im Haus haben. Im Film wird nämlich (auch) ordentlich gesoffen. Leider wusste ich das vorher nicht.
Ich halte Tarr für ein Genie. Er kann einen sprachlos machen, wie ich es zuvor selten von einem Regisseur erlebt habe. Die Schönheit der eigentlich traurigen Bilder und diese Langsamkeit sind einfach bemerkenswert. Wie viele andere, macht es einem aber dieses Genie auch oft nicht leicht. Zum Schluss vielleicht noch ein Clip? Hmm, welcher darf´s denn sein? Nein, ich entscheide mich für Béla Tarrs Beitrag zum Film "Visions of Europe (Europäische Visionen)". Wem das nicht gefällt, der wird an diesem Regisseur nämlich sehr wahrscheinlich keine Freude haben:
Freitag, November 04, 2011
A nemzetközi helyzet fokozódik
"Schwarz-gelb ist nur im Fußball gut", dieser Satz steht auf einem Auto, welches oft in meiner Nähe parkt. "Eigentlich auch nicht im Fußball" würde ich gerne mal darunter schreiben. Naja, immer noch besser im Fußball als im Eishockey oder in der Politik. Die Anspielung auf letzteres Thema ist schon berechtigt. Götze, Kagawa und Subotic ziehe ich Merkel, Rösler oder Ramsauer dann doch jederzeit vor. Wie sich vorgestern bei Anne Will die CDU Leute Geißler und Klöckner und der FDP Kasper Lindner präsentierten, war allerdings hochinteressant. Uneinigkeit wäre eine beschönigende Beschreibung für das, was sich dort abspielte. Geißler möchte eigentlich einen Mindestlohn von 11 Euro, auch wenn er das so deutlich nicht sagen konnte und wollte, Lindner sind Hungerlöhne in Deutschland eigentlich scheißegal, solange sie der Wirtschaft zugute kommen, auch wenn er das ebenso deutlich nicht sagen konnte und wollte. Frau Klöckner befand sich irgendwo dazwischen.
In der Diskussion um Mindestlöhne amüsiert mich am meisten die Drohung, dass sie Arbeitsplätze kosten können. Erst einmal ist diese These allgemein umstritten, zweitens trifft das sicher nicht auf alle Branchen zu. Würden plötzlich wirklich deutlich weniger Pakete verschickt werden, wenn sie 1-2 Euro mehr kosten würden? Unwahrscheinlich. Auch glaube ich kaum, dass tatsächlich Millionen in diesem Land mit langen Haaren rumrennen oder die Freundin mit der Schere an den Kopf lassen, wenn sie statt 5 Euro für einen Haarschnitt 15 oder 20 Euro zahlen müssten. Drittens, was sind diese Jobs, von denen Menschen nicht leben können, denn überhaupt wert? Für mich nichts. Das alles sieht Herr Lindner natürlich anders. Kann ihm ja auch scheißegal sein, dass Menschen trotz Vollzeitbeschäftigung in Deutschland teilweise am Ende des Monats nicht einmal auf 1000 Euro netto kommen, während er mit seiner Diät und allen Vergünstigen auf etwa das zehnfache kommt. Ohne Paketausträger, Putzfrauen und Co. würde es hier übrigens verdammt traurig aussehen. Auf einen FDP Politiker, der Politik für Menschen macht, die ohnehin schon finanziell gut gestellt sind, könnte dieses Land dagegen gut verzichten. Leistungsträger? Ich lache mich kaputt, der Mann ist einfach nur ein Schmarotzer und der beste Beweis, dass Nicht-Leistung in Deutschland oft sehr, sehr lohnenswert ist.
"A nemzetközi helyzet fokozódik" heißt auf Deutsch: "Die internationale Lage spitzt sich zu" und ist ein Zitat aus dem ungarischen Film "A Tanú" aus dem Jahr 1969, den ich hiermit jedem wärmstens empfehlen möchte. Ich mache zurzeit meine ungarischen Filmtage, heute beginne ich mit Béla Tarrs Film "Sátántangó". Was heißt beginnen? Nun ja, der Film ist knapp 7 Stunden lang. Es gibt bekanntlich ganz andere Filme, die deutlich weniger anspruchsvoll sind. In Trailern mancher Komödien werden die einzigen beiden Gags des Films manchmal schon verbraten. Man denkt sich "Scheiße, der könnte ja mal witzig sein." Nach zehn Minuten des Films denkt man sich beim Anschauen dann: "Scheiße, der ist ja so lustig wie ein Rentner-Porno." A propos lustig. Nun ja, es gibt auch Trailer, die ziemlich wenig vorwegnehmen:
Mittwoch, November 02, 2011
Feiertag
Gestern habe ich mir überlegt, mal meinen Schreibtisch aufzuräumen. Habe ich dann aber nicht gemacht, war zu faul. Am Feiertag soll man schließlich auch ruhen oder soll man feiern? Habe ich vergessen. In meinem Schreibtisch würde ich auch sicherlich leider nicht einmal 55 Euro finden, während bei anderen einfach mal 55 Milliarden auftauchen. Bei ZAPP geht es heute auch um die (wieder) entdeckten Milliarden der HRE. Außerdem wird sich mit Medien und Politik in Österreich beschäftigt und mit der Atom-Lobby in Deutschland. Das letzte Thema lautet "PR in der Schule - Schönfärberei als Lehrmittel".
Zwei Filme habe ich dafür gestern geschaut, aber stattdessen hätte ich auch etwas Anderes machen können. Meine Wahl fiel auf "Contagion" und "Margin Call" (Der große Crash). Beide handwerklich anständig gemacht und beides Filme, die man sich angucken kann, aber ganz sicher nicht muss. Die Tage möchte ich mir Polisse (Poliezei) anschauen. Hiervon verspreche ich mir dann schon deutlich mehr.
Freitag, Oktober 28, 2011
Die deutsche Bahn
ist scheiße wie eine Tonne verwelkter Rucola. Wenn ich Menschen Zugverbindungen anbiete, bei denen zum Umsteigen nur vier Minuten Pufferraum bleibt, muss ich wenigstens dafür sorgen, dass der Anschlusszug fünf verfickte Minuten wartet. Dreimal bin ich jetzt eine bestimmte Verbindung gefahren, zweimal war mein Anschlusszug wegen geringer Verspätung weg. Damit hat sich diese Verbindung natürlich erledigt, aber wie lächerlich ist das bitte? Ach, danke auch noch für die neue Preiserhöhung...
Mittwoch schaute ich zwei Stunden "Bundestag live" auf Phoenix und habe mal wieder einen unglaublichen Scheiß gehört. Völlig lächerlich wie sich die Roten und Grünen sowie die Schwarzen und Gelben gegenseitig ankacken, obwohl sie sich am Ende doch eigentlich meistens einig sind. Einzig die Linkspartei hat dem blutroten, kackschwarzen, pissegelben und rucolagrünen Einheitsbrei etwas entgegen zu setzen. Hier bin ich sicher auch nicht mit allem einverstanden, aber es ist verdammt wichtig, dass es auch noch wirklich andere Meinungen im Bundestag gibt und Unsinn klargestellt wird:
Ach und Rucola ist einfach widerlicher Kanichenfraß, der auf keine Speisekarte gehört, schon gar nicht in vernünftigen Restaurants.
Sonntag, Oktober 23, 2011
Sonntag
22.01 Uhr: Helmut Schmidt zündet sich bei Günther Jauch seine zweite Zigarette an. Günther Jauch schaut gelangweilt. Es ist schon beeindruckend, wenn jemand mit 92 Jahren geistig noch so fit und auch manchmal recht lustig ist. Jauch auf eine Aussage Schmidts: "Wie haben sie das gemeint?" Schmidt: "So wie ich es gesagt habe." Ansonsten ist diese Talkshow allerdings mal wieder keine überragend interessante Angelegenheit. Wesentlich interessanter war da schon die Tage Dirk Müller "im Dialog" bei "Phoenix". Leider ist von dieser Sendung kein Clip zu finden. Morgen um 15.30 Uhr wird sie allerdings wiederholt. Wenn dann jemand die Zeit hat...
Darüber hinaus war das mal wieder ein richtig beschissenes Wochenende. Wenn das Highlight eines Wochenendes aus sportlicher Sicht ein Derby Sieg von Manchester City ist, dann ist das schon etwas wenig. Andererseits war ich schon froh, reingeschaut zu haben. Das 0-2 und 0-3 habe ich zwar nicht live gesehen, aber 1-4, 1-5 und 1-6 dann am Ende doch wieder. Höchst amüsant. Chelsea hat auch verloren, aber Tottenham leider nicht. So tun die nach großer Dominanz (29 goal attempts inclusive 2x Pfosten und 1x Latte) mal wieder zwei verlorenen Punkte Liverpools am Samstag sehr weh. Danach noch ein Eishockey Spiel mit üblem Ende in Verlängerung geschaut und ein ganzes Wochenende war komplett im Arsch. Ganz toll.
Donnerstag, Oktober 20, 2011
Merkwürdig
Gestern schaute ich mir den vielgelobten und auch irgendwo ausgezeichneten (deutscher Filmpreis? Keine Ahnung) Film "Homevideo" im Ersten an. Insgesamt nicht übel, aber manchmal frage ich mich doch, wie Drehbücher mit zwei, drei derartigen Mängeln durchkommen und die Resultate auch noch wirklich gute Kritiken bekommen. Achtung Spoiler: Eine Mutter, die im Zeitalter von Mobiltelefonen, die Kamera des Sohnes ohne Absprache mit diesem, an einen Schulkameraden ausleiht? Das finde ich schon äußerst unglaubwürdig. Wie eben jener später eine mögliche Versöhnung mit seiner Freundin versaute, war nicht minder merkwürdig.
Merkwürdig auch, wie sich das Blatt in deutschen Talkshows und der politischen Wahrnehmung geändert hat. Wären Sahra Wagenknecht und mein ganz persönlicher Freund Hans-Olaf Henkel vor fünf Jahren gemeinsam in einer Talkshow gewesen (waren sie vielleicht auch), so hätte Frau Wagenknecht von Beginn an als Außenseiterin dagestanden. Mittlerweile ist es Herr Henkel. Kein Wunder auch, wenn er seinen abstrusen Quatsch von einem Euro-Nord und einem Euro-Süd immer wieder aufwärmt. Schon die Tatsache, dass Frankreich bei ihm, im Gegensatz zu Deutschland, zum Euro-Süd gehören würde, ist so albern, unrealistisch und dämlich, dass man eigentlich nur noch darüber lachen kann...
Dienstag, Oktober 18, 2011
Die Kanzlerin
Gestern sah ich in den Nachrichten eine interessante Zahl. Über 70.000 Menschen sind in Deutschland im letzten Jahr wegen psychischer Krankheiten in Frührente gegangen. Wenn man dann bedenkt, dass von vielen verlangt wird, immer mehr zu arbeiten, ist das ein unglaublicher Skandal. Überstunden, die nicht einmal ausgeglichen werden, Rente mit 67 usw. Was wirtschaftlich auf oberflächlichem Blick Sinn macht, ist nicht nur menschlich völliger Irrsinn. Interessant finde ich auch immer wieder jene Menschen, die 50 Stunden pro Woche arbeiten, ganz besonders stolz darauf sind, gleichzeitig auf arbeitslose Menschen herumhacken und gar nicht merken, dass sie denen mit ihrer viel zu üppigen Wochenarbeitszeit einen potenziellen Job wegnehmen, wenn auch nicht unbedingt freiwillig.
Man sollte sich mal überlegen, dass man theoretisch (schätzungsweise) 12-15 Menschen einen Gefallen tun würde, wenn man aus 10 gut bezahlen Jobs mit 50 Stunden Wochenarbeitszeit, 15 immer noch ziemlich anständig bezahlte machen würde. Natürlich hat kein Arbeitgeber daran Interesse, da es mehr Kosten bei ihm verursachen würde, aber wenn man die Kosten irgendwie gleich halten könnte... Übrigens halte ich ganz grundsätzlich eine 4-Tage-Woche mit 20 bis maximal 30 Stunden Arbeitszeit für sehr erstrebenswert. Leider fehlen solche Visionen in Deutschland fast völlig.
Die Kanzlerin ist im Bereich Visionslosigkeit ganz sicher ein Paradebeispiel. Lustig ist sie aber immerhin, wenn sie mal wieder Opfer eines Freud´schen Versprechers wird. Ihr bester war ohne Zweifel der, als sie Roland Koch "Roland Kotz" nannte. Am Wochenende aber auch nicht übel, als sie sagte, man wolle in der Mongolei Bodenschätze ausbeuten. Das sind kostbare Momente purer, unfreiwilliger, politischer Ehrlichkeit, die mir viel Freude bereiten. Danke Angie, du hohles Stück.
Morgen bei ZAPP geht es um fehlende Transparenz bei der HRE, um einen hofierten Despoten (Ramsan Kadyrow), die neue Zeitung "Tages-Woche" und am Ende gibt es das Thema "Mediale Kampagnen: Der Fall Gilad Schalit". Klingt, wie fast immer, recht interessant. A propos "interessant". Wie wäre es mal mit einem solchen Gast bei Harald Schmidt? Bisher komplett Fehlanzeige und Leander Haußmann (heute Abend in der Show) dreht zwar nicht die schlechtesten Filme, aber ihm gerne zuhören tue ich auch nun wieder nicht.
Donnerstag, Oktober 13, 2011
Gar nicht schlecht
In der Tat überhaupt nicht übel war der ungarisch-deutsche Film (Delta), den ich gestern empfohlen habe. Sehr, sehr schade aber, dass das Potenzial zu einem richtig guten Streifen verspielt wurde. Den Namen Kornél Mundruczó, so heißt der noch relativ junge ungarische Regisseur, sollte man sich trotzdem auf jeden Fall merken. Was gibt´s sonst so? Ich frage mich gerade, was an diesem USA-Iran Komplott dran ist. Wäre George Bush noch Präsident, wüsste ich wovon ich ausgehen würde...
Heute Abend werde ich tatsächlich einmal absichtlich Maybrit Illner komplett schauen. Endlich wird nämlich einmal über ein Thema gesprochen, welches in den Medien dieser Tage kaum vorkommt. Ein Thema, welches uns alle angeht, wie man gerne so schön behauptet. "Griechen pleite, Banken in Not" heißt dieses. Okay, ich kann es auch nicht mehr hören, aber in dieser Sendung trifft Sahra Wagenknecht auf den Deutschlandchef der Ratingagentur Standard & Poor's, den Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken und irgendeinen FDP Spacken.
Mittwoch, Oktober 12, 2011
Neues aus Ungarn
Es ist wirklich traurig: Die Berichte, die über Ungarn in den letzten 1,5 Jahren im deutschen Fernsehen liefen, waren allesamt negativ. Das gilt zumindest für jene, die ich gesehen habe, was die Mehrheit sein dürfte. Das Schlimmste daran? Man kann hier dem deutschen Fernsehen zur Abwechslung mal keinen Vorwurf machen. Dieser Bericht kam in der letzten Woche bei ZAPP, der unten zu sehende am Sonntag bei ttt.
Immerhin zeigt ARTE heute um 22 Uhr einen deutsch-ungarischen Film, der nicht übel sein soll: Delta. Der geneigte Zuseher wird, sofern er (oder sie) diesen Film komplett schaut, die ersten Minuten von ZAPP verpassen, aber das sollte mal zu verschmerzen sein. Dort geht es heute um den Fall Amanda Knox, einen kritischen Sender in Weißrussland, die Hells Angels und die Demos an der Wall Street.
Sonntag, Oktober 09, 2011
Ein Kompliment
Vor ein paar Wochen habe ich einen kurzen, USA-kritischen Artikel geschrieben. Nun ist auch mal kurz Zeit für ein Kompliment. Dieses geht an die Amerikaner, die mittlerweile nicht mehr ausschließlich in New York, gegen die Wall Street und die radikalen Auswüchse des Kapitalismus demonstrieren. Es wäre fantastisch, wenn daraus eine Massenbewegung entstehen würde, aber meine Hoffnung darauf ist leider nicht sehr groß.

